Die reale Produktion im Produzierenden Gewerbe in Deutschland ist im September 2026 um 0,7 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am 6. November 2026 mit. Treiber war die Autoindustrie mit einem Plus von 17,1 Prozent. Schon am Vortag hatte Destatis für September 4,4 Prozent mehr Aufträge im Verarbeitenden Gewerbe gemeldet. Für Personalplaner ist die Botschaft aber gemischt: Im dritten Quartal lag die Produktion um 0,4 Prozent unter dem zweiten, und der Augustwert wurde deutlich nach unten korrigiert.

Was steckt hinter den Zahlen?

Die Destatis-Mitteilung zur Produktion zeigt ein uneinheitliches Bild. Ohne Energie und Bau stieg die Industrieproduktion um 1,7 Prozent, getragen von Investitionsgütern (plus 3,0 Prozent). Neben der Autoindustrie legte die Pharmaindustrie um 8,0 Prozent zu. Der Maschinenbau dagegen produzierte 6,5 Prozent weniger, nach einem Plus von 5,8 Prozent im August. Die Bauproduktion sank um 2,6 Prozent.

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Für August hatte Destatis zunächst 2,0 Prozent Wachstum gemeldet, jetzt sind es nur noch 1,0 Prozent. Grund sind nachgereichte Angaben aus dem Baugewerbe. Wer im Oktober Personalentscheidungen auf den ersten Augustwert gestützt hat, hat also mit einer doppelt so guten Zahl gerechnet.

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Sind die Auftragsbücher wieder voll?

Nicht ganz. Im August waren die Aufträge laut Destatis um 10,1 Prozent eingebrochen. Das Septemberplus von 4,4 Prozent holt davon nur einen Teil auf. Eine eigene Überschlagsrechnung: Setzt man den Juli-Auftragseingang gleich 100, lag der August bei knapp 90 und der September bei knapp 94 – also noch rund sechs Prozent unter dem Sommerniveau. Positiv ist, dass das Plus ohne Großaufträge sogar 5,1 Prozent betrug und die Inlandsnachfrage mit 6,6 Prozent stärker zulegte als die aus dem Ausland (2,8 Prozent).

Im Maschinenbau laufen Aufträge und Produktion auseinander: Die Bestellungen stiegen um 8,3 Prozent, die Produktion fiel. Das kann auf Arbeit hindeuten, die in den kommenden Monaten anfällt – oder auf Aufträge, die erst später abgearbeitet werden.

Warum die energieintensive Industrie Sorgen macht

Die energieintensiven Industriezweige steigerten ihre Produktion im September zwar um 0,8 Prozent. Im Quartalsvergleich liegen sie aber 3,5 Prozent unter dem Frühjahr und 1,9 Prozent unter dem Vorjahresmonat. Das passt zum ifo-Beschäftigungsbarometer, das die Industrie weiter als Sorgenkind sieht, und zur Warnung von Gesamtmetall vor 300.000 weiteren Jobverlusten.

Was Arbeitgeber jetzt wissen sollten

  • Ein einzelner Monat ist kein Trend. Für Personalplanung taugt der Dreimonatsvergleich besser als die Vormonatsrate – und der zeigt für das dritte Quartal ein Minus.
  • Erste Destatis-Werte werden oft korrigiert. Bei Entscheidungen über Einstellungen oder Kurzarbeit lohnt es, die Revision im Folgemonat abzuwarten.
  • Zulieferer der Autoindustrie können das Septemberplus als Signal für kurzfristig höhere Abrufe lesen; befristete Lösungen wie Mehrarbeit, Zeitkonten oder Zeitarbeit sind flexibler als Festeinstellungen.
  • Betriebe in Kurzarbeit sollten prüfen, ob die höhere Auslastung den Arbeitsausfall noch rechtfertigt; die Voraussetzungen für Kurzarbeitergeld müssen laufend erfüllt sein.
  • Im Maschinenbau sollten Personaler den Auftragsbestand im eigenen Haus genau ansehen: Steigende Bestellungen bei sinkender Produktion können bald zusätzlichen Personalbedarf auslösen.