Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Oktober 2026 weiter aufgehellt. Der ifo-Geschäftsklimaindex stieg auf 90,2 Punkte, nach 89,9 Punkten im September, wie das ifo Institut am 26. Oktober mitteilte. Ausschlaggebend waren zuversichtlichere Erwartungen der Unternehmen, während sie ihre aktuelle Lage etwas schlechter einschätzten. Einen Tag später meldete das Institut zudem, dass die Exporterwartungen der Industrie auf den höchsten Stand seit Februar 2022 geklettert sind.
Welche Branchen ziehen an?
Treiber der Entwicklung ist das Verarbeitende Gewerbe. Dort stieg der Index nach ifo-Angaben deutlich. Sowohl die Lageeinschätzung als auch die Erwartungen verbesserten sich spürbar und liegen erstmals seit mehr als drei Jahren wieder im positiven Bereich. Die Neuaufträge nahmen zu, und die Unternehmen planen, ihre Produktion zu steigern.
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Im Bauhauptgewerbe stieg der Index ebenfalls. Die Firmen bewerteten ihre laufenden Geschäfte spürbar besser, die Erwartungen legten leicht zu. Im Handel blieb das Klima unverändert: Die Lage wurde schlechter beurteilt, die Erwartungen hellten sich etwas auf, wobei sich der Großhandel besser entwickelte als der Einzelhandel. Bei den Dienstleistern trübte sich das Geschäftsklima ein, weil die laufenden Geschäfte schlechter eingeschätzt wurden. Positiv stachen dort nach ifo-Angaben die IT-Dienstleister hervor. „Die Konjunkturbelebung setzt sich fort“, fasst das Institut zusammen.
Wie stark sind die Exporterwartungen gestiegen?
Die ifo-Exporterwartungen erhöhten sich im Oktober auf 12,2 Punkte, nach 9,0 Punkten im September. „Vor allem die Automobilindustrie hat ihre Exportaussichten deutlich nach oben korrigiert“, sagte Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo-Umfragen. Nach einem deutlichen Rückgang im September rechnen die Autohersteller wieder mit steigenden Ausfuhren. Der Maschinenbau bleibt optimistisch, besonders zuversichtlich sind Hersteller elektrischer Ausrüstungen sowie von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen. Auch die Metallerzeugung sieht bessere Aussichten. Die chemische Industrie und das Papiergewerbe erwarten dagegen sinkende Exporte.
Was heißt das für die Beschäftigung?
Stimmungsindikatoren laufen der Beschäftigung in der Regel voraus. Unternehmen stellen erst dann wieder ein, wenn sich Aufträge und Erwartungen über mehrere Monate stabilisieren. Die aktuellen Daten sprechen dafür, dass vor allem in der Industrie der Druck zum Personalabbau nachlassen könnte. Gleichwohl bleibt das Bild uneinheitlich: Große Konzerne wie Mercedes-Benz und BASF haben in diesen Tagen weitere Sparprogramme angekündigt, und in der Chemie zeigen auch die Exporterwartungen nach unten. Für eine belastbare Aussage über die Beschäftigungsentwicklung der kommenden Monate wird es darauf ankommen, ob sich die verbesserten Erwartungen auch in den tatsächlichen Auftragseingängen niederschlagen.
Was Arbeitgeber jetzt wissen sollten
- Planung für den Aufschwung vorbereiten: Steigende Aufträge und Produktionspläne in der Industrie können schneller als erwartet zusätzlichen Personalbedarf auslösen. Wer bereits jetzt Bewerberkontakte pflegt, ist im Vorteil.
- Flexible Instrumente bevorzugen: Solange die Erholung nicht gefestigt ist, können befristete Lösungen, Arbeitszeitkonten oder Zeitarbeit helfen, Schwankungen abzufedern, ohne sich langfristig festzulegen.
- Branchenunterschiede beachten: Während Auto-, Maschinen- und Elektroindustrie optimistischer werden, bleiben Chemie und Teile des Handels unter Druck. Personalentscheidungen sollten sich an der eigenen Auftragslage orientieren, nicht am Gesamtindex.
- Qualifizierung nutzen: Ruhigere Phasen eignen sich, um Beschäftigte für neue Aufgaben weiterzubilden, bevor die Auslastung wieder steigt.