Rockstar Games bringt GTA 6 in elf Tagen heraus, am Donnerstag, 19. November 2026, vorerst nur für die aktuellen Konsolen von Sony und Microsoft. Nach zwei Verschiebungen gilt dieser Termin als fest; Take-Two, zu dem Rockstar gehört, hat ihn im August noch einmal öffentlich genannt. Für Personalabteilungen zählt vor allem eines: Gemessen ist in den USA bisher ein Anstieg bei geplanten Urlaubstagen, eine Welle von Krankmeldungen dagegen nur in Umfragen angekündigt. Für Deutschland gibt es keine Daten. Wer an diesem Tag voll besetzt sein muss, plant besser früh, statt später Atteste anzuzweifeln.

Kann sich der Termin noch ändern?

Danach sieht es nicht aus. Ursprünglich hatte Rockstar den 26. Mai 2026 angekündigt und den Start dann um ein halbes Jahr nach hinten gelegt, so die Mitteilungen auf der Newswire-Seite des Studios. Konzernchef Strauss Zelnick verband den Novembertermin bei den Quartalszahlen vom 6. August 2026 ausdrücklich mit dem Ausblick auf 8,0 bis 8,2 Milliarden Dollar Nettobuchungen im laufenden Geschäftsjahr. Ein weiterer Aufschub würde diese Prognose sprengen. Neue Zahlen veröffentlicht Take-Two am Montag, 9. November 2026, nach US-Börsenschluss.

Lesen Sie auch Attest ab Tag 1 selbst anordnen: Der Handlungsplan für die Personalabteilung

Was ist an der Angst vor Krankmeldungen dran?

Belegt ist bislang ein Plus bei beantragtem Urlaub. BambooHR, ein Anbieter von Personalsoftware, hat dafür Abwesenheitsdaten von über 3,4 Millionen Beschäftigten in den USA ausgewertet, Datenstand 19. Oktober 2026. Für den Erscheinungstag beantragen demnach knapp 13 Prozent mehr Beschäftigte frei als am dritten Novemberdonnerstag 2024 und 2025. Rund 2 bis 4 Prozentpunkte davon führt das Unternehmen auf eine generell höhere Urlaubsnachfrage in diesem Jahr zurück. In Großbritannien beträgt das Plus 8,3 Prozent, in Kanada 6,6 Prozent.

Jeden Morgen um 6 Uhr das Wichtigste für Personaler: kostenloser Newsletter →

Zu Krankmeldungen gibt es nur Selbstauskünfte. In einer BambooHR-Umfrage unter 1.530 US-Vollzeitkräften gaben 18 Prozent an, am Starttag freinehmen zu wollen; unter den Jüngsten, der Generation Z, waren es 32 Prozent. Wer sich für einen Spielstart freinimmt, will das laut Umfrage in jedem zweiten Fall per Krankmeldung tun. Die viel zitierte Milliarde Dollar Schaden für die US-Wirtschaft hält das Wirtschaftsportal top.tirol für unseriös: Dort sei eine Jahresleistung pro Kopf wie ein einzelner Arbeitstag behandelt worden.

Welche Betriebe trifft es in Deutschland am ehesten?

Hierzulande fehlt jede Messung. Plausibel ist, dass vor allem Bereiche mit jungen Teams und feste Schichten betroffen wären, weil ausgefallene Arbeit dort nicht nachgeholt werden kann. Zur Größenordnung ein bewusst einfaches Beispiel ohne Prognoseanspruch: Ein Lager mit 40 Leuten, in dem donnerstags sonst zwei fehlen, müsste bei doppelter Ausfallquote vier Lücken schließen. Eine solche Verdopplung nicht angetretener Schichten hat der Planungsdienst Deputy laut top.tirol zum Start von Overwatch 2 gemessen, und zwar schon ab dem Vortag.

Welche Nachweise darf der Arbeitgeber fordern?

Das Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG) sieht in § 5 Absatz 1 ein ärztliches Attest grundsätzlich erst ab dem vierten Kalendertag vor, erlaubt dem Arbeitgeber aber, es früher zu verlangen. Bei gesetzlich Versicherten ruft der Betrieb die Bescheinigung elektronisch ab; die Beschäftigten müssen die Arbeitsunfähigkeit ärztlich feststellen lassen. Wie man das organisiert, beschreibt unser Handlungsplan zum Attest ab Tag 1.

Ein vorgelegtes Attest ist schwer anzugreifen. Das Bundesarbeitsgericht verlangt seit seinem Urteil vom 8. September 2021 (5 AZR 149/21), dass der Arbeitgeber Tatsachen vorträgt, die ernsthafte Zweifel wecken; erst dann muss der Beschäftigte seine Erkrankung im Detail beweisen. Der bloße Erscheinungstermin eines Spiels dürfte dafür nicht genügen. Mehr Gewicht kann es haben, wenn für genau diesen Tag zuvor Urlaub verweigert wurde. Bewerten lässt sich das aber nur im konkreten Fall.

Was Arbeitgeber jetzt wissen sollten

  • Früh nach Urlaubswünschen fragen: § 7 Absatz 1 Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) verpflichtet dazu, sie zu berücksichtigen. Eine Absage ist nur bei dringenden betrieblichen Gründen oder sozial vorrangigen Wünschen anderer möglich. Genehmigter Urlaub lässt sich einplanen, ein Anruf am Morgen nicht.
  • Mehrere Tage einplanen: Auch Freitag und Wochenende zeigen in den US-Daten mehr Anträge. Sinnvoll ist, den 18. bis 20. November als Block zu betrachten.
  • Tausch von Schichten vereinfachen und für unverzichtbare Bereiche Vertretungen bereithalten.
  • Kein Generalverdacht: Öffentliches Misstrauen gegen Kranke beschädigt das Klima im Team. Zweifeln sollte man nur bei konkreten Anhaltspunkten und diese dokumentieren.
  • Quartalszahlen am 9. November verfolgen: Ändert Take-Two dort wider Erwarten den Termin, muss die Planung angepasst werden.