Im dritten Quartal 2026 waren in Deutschland 4.696 Stellen für Personaler ausgeschrieben, nach 4.598 im zweiten Quartal und 5.566 ein Jahr zuvor. Das berichtet das Fachmagazin Personalwirtschaft am 2. November auf Basis des Fachkräfte-Index der Personalberatung Hays. Rechnerisch ist das ein Plus von rund 2 Prozent zum Vorquartal und ein Minus von rund 16 Prozent zum Vorjahr. Für Arbeitgeber heißt das: Die Nachfrage nach HR-Personal bleibt schwach, sie fällt derzeit aber nicht weiter.

Ist das schon die Trendwende?

Zur Vorsicht rät ein Blick auf die Vorquartale. Auf der Indexseite von Hays, die bei Redaktionsschluss noch den Stand des zweiten Quartals zeigte, stieg der HR-Index im ersten Quartal 2026 schon einmal auf 34 Prozent. Im zweiten Quartal fiel er um 20 Punkte auf 14 Prozent, und die absolute Nachfrage lag um 15 Prozent unter dem Vorquartal. Ein einzelnes kleines Plus sagt also wenig. Zudem sind 98 zusätzliche Ausschreibungen bundesweit keine Größenordnung, die eine Richtung belegt. Ob der Trend trägt, wird erst der Wert des vierten Quartals zeigen.

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Zum Vergleich: Der Index misst die Nachfrage gegenüber dem ersten Quartal 2015. Bei 14 Prozent lag HR im Frühjahr deutlich unter dem Gesamtwert aller Berufsgruppen von 36 Prozent. Anfang 2024 stand der HR-Wert noch bei 267 Prozent. Die Auswertung zählt Anzeigen in Online-Jobbörsen, Tageszeitungen und auf Xing; besetzte Stellen und interne Wechsel bildet sie nicht ab.

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Wo werden Personaler noch gesucht?

Für das dritte Quartal liegt uns keine vollständige Aufschlüsselung vor. Personalwirtschaft meldet, HR-Führungskräfte seien das einzige Profil mit rückläufiger Nachfrage. Die Detailzahlen von Hays für das zweite Quartal zeichnen das Bild dahinter:

  • Nach Positionen: HR Business Partner lagen bei 154 Prozent und waren am stärksten gefragt, allerdings mit 155 Punkten weniger als ein Jahr zuvor. Recruiter kamen auf 30 Prozent, Personalreferenten auf minus 2, Personalberater auf minus 22 und Employer-Branding-Manager auf minus 33 Prozent.
  • Nach Branchen: Die öffentliche Verwaltung lag mit 206 Prozent klar vorn, gefolgt von Finanz- und Versicherungsdienstleistern mit 59 Prozent. Das verarbeitende Gewerbe stand bei minus 7, die IT-Branche bei minus 35 Prozent.

Auffällig ist der Abstand zwischen Verwaltung und Industrie. Wer als Mittelständler Personalreferenten sucht, dürfte derzeit eher mit einer Behörde konkurrieren als mit dem Industriebetrieb nebenan. Das passt zum breiteren Bild: Auch die Indeed-Daten zum Stellenmarkt zeigen zuletzt Stagnation statt Erholung.

Was heißt das für Betriebe, die HR-Stellen besetzen wollen?

Die schwache Nachfrage verschafft Arbeitgebern Spielraum, aber vor allem bei den Profilen, die der Markt gerade wenig nachfragt. Das betrifft etwa Recruiting-Fachleute und Employer-Branding-Spezialisten, die nach den Abbaujahren eher verfügbar sein dürften. Bei HR Business Partnern ist der Index trotz des starken Rückgangs weiterhin hoch; hier sollten Betriebe nicht mit einem Selbstläufer rechnen.

Zugleich wächst der Aufgabenberg in vielen Personalabteilungen: die Vorarbeiten zur Entgelttransparenz, Personalabbauprogramme in der Industrie und die Regeln für KI im Bewerbungsprozess. Wer HR in den vergangenen Jahren verkleinert hat, sollte prüfen, ob die verbliebene Mannschaft diese Themen noch abdeckt, bevor der Bedarf den Markt wieder dreht.

Was Arbeitgeber jetzt wissen sollten

  • Zahlen richtig lesen: Der Index erfasst Anzeigen, nicht Einstellungen. Der Abstand zum Vorjahr ist aussagekräftiger als das kleine Plus zum Vorquartal.
  • Gehaltsrahmen nicht reflexhaft senken: Ein schwacher Anzeigenmarkt sagt nichts darüber, ob gute Spezialisten wechselbereit sind. Für ein Angebot zählt der Vergleich mit Profilen und Branche, nicht der Gesamtindex.
  • Anzeigen schärfen: Wenn mehr Bewerbungen pro Stelle eingehen, wird die Vorauswahl aufwendiger. Präzise Anforderungen helfen, denn überladene Stellenanzeigen schrecken passende Bewerber ab.
  • Termin vormerken: Sobald Hays die Detailwerte für das dritte Quartal veröffentlicht, lohnt der Abgleich mit der eigenen Personalplanung 2027.