Die monatliche Arbeitslosenzahl der Bundesagentur für Arbeit (BA) beruht auf der gesetzlichen Definition in § 16 des Dritten Buchs Sozialgesetzbuch (SGB III) und wird an einem Stichtag in der Monatsmitte gezählt. Als arbeitslos gilt, wer vorübergehend nicht beschäftigt ist, eine versicherungspflichtige Beschäftigung sucht, der Arbeitsvermittlung zur Verfügung steht und sich bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet hat. Für September 2026 meldete die BA 2.994.000 Arbeitslose und eine Quote von 6,4 Prozent.

Wer gilt als arbeitslos?

§ 16 Abs. 1 SGB III nennt drei Voraussetzungen: keine Beschäftigung, Arbeitssuche mit Verfügbarkeit für die Vermittlung und eine Arbeitslosmeldung. Eine geringe Beschäftigung schließt Arbeitslosigkeit nicht aus. Nach den methodischen Hinweisen der BA-Statistik ist auch arbeitslos, wer weniger als 15 Stunden pro Woche arbeitet und eine versicherungspflichtige Beschäftigung von mindestens 15 Wochenstunden sucht. Die Definition gilt sinngemäß auch für Menschen, die Leistungen der Grundsicherung nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II) beziehen und von den Jobcentern betreut werden.

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Nicht als arbeitslos gilt nach § 16 Abs. 2 SGB III, wer an einer Maßnahme der aktiven Arbeitsmarktpolitik teilnimmt, etwa an einer Weiterbildung oder einer Arbeitsgelegenheit. Diese Menschen haben häufig keine reguläre Stelle, tauchen aber nicht in der Arbeitslosenzahl auf.

Wann wird gezählt?

Die BA erhebt den Bestand an Arbeitslosen an einem statistischen Stichtag, der seit 2005 in der Monatsmitte liegt; zuvor wurde am Monatsende gezählt. Der Berichtsmonat ist deshalb nicht mit dem Kalendermonat identisch. Er reicht vom Tag nach dem Stichtag des Vormonats bis zum aktuellen Stichtag und wird nach dem Monat benannt, in dem der Stichtag liegt. Die Daten stammen aus den Verwaltungsprozessen der Agenturen für Arbeit und der Jobcenter. Neben dem Bestand weist die Statistik Zugänge in und Abgänge aus Arbeitslosigkeit zwischen zwei Stichtagen aus.

Wie wird die Arbeitslosenquote berechnet?

Die Arbeitslosenquote setzt die Zahl der Arbeitslosen am Stichtag ins Verhältnis zu den zivilen Erwerbspersonen, also zur Summe aus Erwerbstätigen und Arbeitslosen. Diese Standardquote bezieht alle zivilen Erwerbspersonen ein, einschließlich Selbstständiger. Daneben veröffentlicht die BA eine Quote, die sich nur auf abhängige zivile Erwerbspersonen bezieht und deshalb höher ausfällt. Die Bezugsgröße wird nach den methodischen Hinweisen der BA einmal jährlich aktualisiert, üblicherweise ab Mai, ohne dass frühere Quoten neu berechnet werden.

Was misst die Unterbeschäftigung?

Weil die Arbeitslosenzahl Teilnehmer an Maßnahmen ausklammert, hat die BA 2009 das Konzept der Unterbeschäftigung eingeführt. Es umfasst neben den Arbeitslosen auch Menschen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus, etwa bei kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit oder nach Sonderregelungen für Ältere. Die Unterbeschäftigung zeigt damit umfassender, wie groß das Defizit an regulärer Beschäftigung ist. Im September 2026 lag sie nach Angaben der BA bei 3.615.000 Personen.

Warum unterscheidet sich die Zahl von der Erwerbslosigkeit?

Neben der BA-Statistik gibt es die Erwerbslosenzahl nach dem Konzept der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), die auf einer Befragung beruht und international vergleichbar ist. Nach der Darstellung der BA-Statistik fällt die Erwerbslosigkeit niedriger aus als die registrierte Arbeitslosigkeit. Ein Grund: Wer auch nur geringfügig arbeitet, gilt nach dem ILO-Konzept als erwerbstätig, während er nach dem Sozialgesetzbuch arbeitslos sein kann. Umgekehrt erfasst das ILO-Konzept auch Arbeitsuchende, die nicht bei einer Agentur gemeldet sind, setzt aber konkrete Suchschritte voraus.

Was Arbeitgeber jetzt wissen sollten

  • Monatszahlen beziehen sich auf den Stichtag in der Monatsmitte, nicht auf das Monatsende. Für Vergleiche eignen sich Vorjahreswerte besser als Vormonatswerte, weil saisonale Effekte die Zahlen prägen.
  • Für die Einschätzung des regionalen Bewerberpotenzials lohnt der Blick auf die Unterbeschäftigung, weil sie auch Menschen in Weiterbildung und Maßnahmen enthält.
  • Arbeitslosenquote und Erwerbslosenquote messen Unterschiedliches und sollten nicht direkt verglichen werden.
  • Regionale Daten bis auf Kreisebene stellt die Statistik der BA frei zur Verfügung; sie können die Standort- und Personalplanung unterstützen.